Stephan Eicher


Biography Stephan Eicher



Stephan Eicher
ist ein schweizer Sänger, Komponist und Songschreiber mit jenischen Wurzeln. Zusammen mit seinem Bruder Martin wurde Eicher in den 1980er Jahren als Teil der Band Grauzone das erste Mal über die Schweiz hinaus bekannt.

Stephan Eicher kam am 17. August 1960 in Münchenbuchsee im Kanton Bern zur Welt, wo er auch seine Kindheit verbrachte. Durch ihren Vater kamen Stephan und sein Bruder Martin bereits in jungen Jahren mit Musik in Kontakt. Dieser war leidenschaftlicher Jazz-Geiger und nahm die beiden oft zu seinen Auftritten mit.

Seine Eltern schickten den jungen Stephan aufs Internat, was ihn aber nicht davon abhielt im Alter von 17 Jahren in der Punk-Band "The Noisy Boys" E-Gitarre zu spielen. Seine musikalische Ausbildung erhielt er schliesslich an der Zürcher F+F Schule für Kunst und Design, wo er 1979 auch das erste Mal mit einem Computer in Kontakt kam. Fasziniert von den Möglichkeiten die sich mit diesem Gerät auftaten, komponierte er darauf die ersten Stücke, und stiess kurze Zeit später zur Elektronik-Band Grauzone, welche von seinem Bruder Martin Eicher, zusammen mit dem E-Bassisten Christian Trüssel und dem Schlagzeuger Marco Repetto betrieben wurde.

Mit dem Song "Eisbär" konnte die Band im Jahre 1981 einen Radio-Hit landen, und sogar die Charts in Österreich und Deutschland erklimmen. Im gleichen Jahr veröffentlichte die Band ihr erstes und einziges Album mit dem Titel“Grauzone”. Das Album gilt zwischenzeitlich als Klassiker der Elektronik- und deutschsprachigen New Wave-Musik, und war darüberhinaus stilbildend für die nachfolgende Elektronik- und Techno-Ära. Das Album besitzt einen rauhen, sperrigen Charme, und neben dem Song “Eisbär” sind darauf weitere Perlen wie das entrückte “Hinter den Bergen” zu finden. Bereits kurze Zeit später, 1982 löste sich die Band nach weniger als zehn Konzerten, vier Singles und nur einem Album wieder auf.

Nach der Auflösung von Grauzone startete Stephan Eicher seine Solo-Kariere und veröffentlichte 1983 sein erstes Solo-Album “Les Chansons Bleues“. Musikalisch bewegte er sich weiterhin im Bereich der Elektronik-Musik, seine selbst komponierten Songs waren jedoch bereits um einiges eingängiger und poppiger als noch bei Grauzone. Zudem sang er das erste Mal auch auf Englisch und Französisch. Mit den darauffolgenden Alben konnte sich Stephan Eicher schliesslich endgültig etablieren. Regelmässig schaffte er es in die Top-Ten der Schweizer Charts, und mit dem 1991 erschienen Album „Engelberg“ konnte er sich das erste Mal eine Nummer Eins Platzierung sichern. Der darauf enthaltene Song “Déjeuner en paix” entwickelte sich auch in Frankreich zu einem Radio-Hit und stieg bis in die Top Zwei der dortigen Singles Charts.

Neben den Erfolgen in der Schweiz konnte sich Stephan Eicher ab Mitte der 1990er Jahre vor allem auch in Frankreich und Belgien einen Namen machen, und kann fortan auf eine treue Hörerschaft in diesen Ländern zählen. Musikalisch bewegte sich Eicher im Laufe der Jahre allmählich weg vom anfänglichen Elektro-Pop, hin zu einer akustischen Instrumentierung seiner Songs. Seine feinfühligen Kompositionen liess er oftmals von Streichern begleiten, und spielte mit verschiedenen musikalischen Strömungen. Neben Deutsch, Französisch und Englisch singt er auch des öfteren auf Italienisch oder Berndeutsch, und wechselt innerhalb der Songs auch gerne die Sprachen.

Stephan Eicher arbeitete im Laufe seiner Karriere mit zahlreichen Musikern zusammen. Unter anderem arbeitete er bereits mit dem französischen Akkordeonisten Arnaud Méthivier und und dem senegalesischen Sänger und Musiker Ismael Lo zusammen. Den Titelsong seines 2003 erschienenen Album “Taxi Europa” spielte er darüberhinaus gemeinsam mit Herbert Grönemeyer und dem Italiener Max Gazzé ein.

Seit 2017 tritt Stephan Eicher vermehrt mit der Schweizer Balkan Brass Band Traktorkestar und der Schweizer Rapperin Steff La Cheffe auf. Ein weiteres Live-Projekt bildet Stephan Eicher & Die Automaten, eine Art "one-man-show", in der Eicher seine Faszination für automatisch erzeugte Melodien ausdrückt. Seine bekannten Hits, aber auch neu geschriebene Songs, werden in einem intimen Rahmen auf eine ganz neue Art und Weise dem Konzerpublikum darbietet.

Stephan Eicher kann auf eine Diskographie von annähernd 20 Alben zurückblicken und gilt als einer der wichtigsten Schweizer Musiker der Gegenwart. Viele seiner Lieder wurden von anderen Musikern neu interpretiert, und gehören zwischenzeitlich zum zeitgenössischen Schweizer Liedgut. Im Laufe seiner Karriere hat er verschiedene Preise gewonnen, darunter 2009 den Kunstpreis der Stadt Zürich und 2013 einen Swiss Music Award.

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