Album Info
Album Veröffentlichung:
2026
HRA-Veröffentlichung:
09.01.2026
Label: XJAZZ! Music
Genre: Jazz
Subgenre: Contemporary Jazz
Interpret: Christian Kögel, Kalle Kalima, Paul Kleber, Hans Otto
Das Album enthält Albumcover
- 1 P.S.I. 07:36
- 2 Ich Steine, Du Steine 05:55
- 3 Quatuor pour la fin du temps V 08:42
- 4 Éclairs with Attachment 06:04
- 5 Jerry 07:15
- 6 Wait for it 02:06
- 7 Yurt Rock 05:59
- 8 Allan`s Éclairs 08:10
- 9 (Super) Mario`s Éclairs 03:55
- 10 Kalle`s Éclairs 03:39
- 11 Paul`s Éclairs 01:29
- 12 Hans` Éclairs 03:43
- 13 Morph-Riff 05:46
- 14 Ich Steine, Du Steine (Outro) 00:59
Info zu "M"
Dreht die Lautsprecher auf! Eine elektrische Gitarre ist immer dann am schönsten, wenn sich ihr Saitenglühen in die Hörmembran einbrennt und der Ton sich in der Verstärkung selbst transzendiert. Noch schöner wird es lediglich dann, wenn die zwei Berliner Gitarristen Christian Kögel und Kalle Kalima ihre Instrumente elektrisch singen lassen wie auf dem Doppelalbum “M“, das am 20.03.2026 bei X-Jazz Music veröffentlicht wird.
In Christian Kögels Kompositionen wechseln sich treibende 1970er Battles mit viel Raum lassenden Klangteppichen ab. Unterstützt von Bassist Paul Kleber und Schlagzeuger Hans Otto kann man Kögel und Kalima beim kämpferischen Träumen und verträumten Duell zuhören. Inspiriert von Olivier Messiaens Werk, erinnert nicht nur der Albumname, sondern auch einige Titel, wie die Reihe an musikalischen „Éclairs“, spielerisch an den großen Komponisten.
Der Band ging eine lange Planung voraus. 2019 begeisterte sich Christian Kögel bei einem Konzert von Simon Rattle und dem London Symphony Orchestra so sehr für Messiaens Akkorde und Klangfarben in den „Éclairs sur l’Au-delà“, dass er erste Ideen für eine Besetzung aus zwei Gitarren, zwei Bässen und Schlagzeug entwickelte. Sein Credo dabei: Zwei Gitarren klingen wie eine große Gitarre.
Aber er war mit diesen ersten Skizzen noch nicht zufrieden und entwickelte erst durch einen Auftritt von Pedal-Steel-Gitarrenspielerin Susan Alcorn einen komplett neuen Ansatz und eine selbstverfügte Aufgabe: Selbst Pedal-Steel lernen und die „Éclairs“-Arrangements damit spielen. „Erst mal völlige Überforderung“, wie er schmunzelnd zugibt, „weil die Pedal-Steel weit komplizierter war als erwartet“. Die ersten gespielten Akkorde auf dem Instrument stammten dann aus Peter Fox‘ Stück „Ich Steine, du Steine“, welches letztendlich in zwei ungewöhnlichen Versionen auf das Album kam.
Während Kögel die Pedal-Steel immer besser zu beherrschen lernte, veränderten sich die ursprünglichen „Éclairs“-Arrangements, es kam viel Selbstkomponiertes hinzu, bis Messiaen vor allem als Inspiration für das Album blieb.
Mit genauen Klangvorstellungen rekrutierte Kögel dann zuerst seinen Stammschlagzeuger Hans Otto, der neben seiner Jazz-Erfahrung jahrelang in der Psychedelic Band Welcome Inside The Brain spielte, und danach den von den Gruppen Jazzanova und Micatone bekannten Bassisten Paul Kleber, der sich in erster Linie wegen seines ausgeprägten 1970er-Jahre-Sounds anbot.
Bei einem Hommage-Konzert für den kanadischen Schlagzeuger Jerry Granelli, zu dem Kögel 2022 Kalle Kalima einlud, funkte es dann musikalisch wie menschlich sofort zwischen den beiden, so Christian Kögel: „Ich kenne keinen anderen Musiker, der auf so hohem Niveau musiziert und dabei so uneitel und unterstützend agiert.“
Fertig war ein Jahr später das Line-up und es ging 2024 ins Studio. Doch mit der kompletten Besetzung entfernte sich die Energie immer weiter von Kögels ursprünglichen Ideen, und es wurde etwas völlig Neues und Eigenes daraus: „Ich mag es, mich mit einem Thema zu beschäftigen und an einem bereits bestehenden Material so lange zu arbeiten, bis ich vergesse, dass der Ursprung gar nicht von mir ist. Erst wenn es absolut Meins ist, kann ich es freigeben.“
Zwar hat Kögel alle Stücke für “M“ entwickelt, doch wurde das Album zu einem gemeinsamen Akt, denn alle vier Musiker leisteten ihren individuellen Beitrag zum Gesamtsound. Doch auch für sich selbst erschloss der Gitarrist Neuland. Erstmals ist er an der Pedal-Steel-Gitarre zu hören. Durch die schwebenden Anmutungen des Instruments erhielt sein Vokabular eine maßgebliche Erweiterung, die sich durch einige der Albumtracks zieht.
In den vierzehn Stücken des Doppelalbums, die auf die Seiten „now“ + „here“ verteilt sind, finden die Musiker üppigen Gesprächsstoff, neigen sich aus neuen Winkeln und Perspektiven aufeinander zu, entdecken an dem jeweils anderen unerwartete Seiten und Saiten. Alles ist möglich. Aus einem Wort kann sich ein Epos ergeben, ein Katarakt kann in einem Bach münden. Mal lassen sie die Saiten schreien, gelegentlich ostinato galoppieren und manchmal auch sanft gleiten. Kögel und Kalima zelebrieren die unbegrenzte Vielfalt des Austauschs auf den elektrischen Gitarren und sorgen an den passenden Stellen auch mit deren akustischem Bruder für wohltuenden Kontrast.
“M“ ist ein Gitarrenalbum, aber es ist auch viel mehr als das: ein hypnotisches Manifest von vier leidenschaftlichen Kollektiv-Erzählern, das in Dauerschleife einen Sog in einer unendlichen Spirale der Assoziationen weiter und immer weiterträgt. (Uta Bretsch, www.ub-comm.de)
Christian Kögel, Pedal-Steel-Gitarre, Baritongitarre
Kalle Kalima, Gitarre
Paul Kleber, Bass
Hans Otto, Schlagzeug
Christian Kögel
musiziert, produziert und lehrt im Spannungsfeld zwischen Jazz, freier Improvisation, arabischer Musik und Kammermusik.
Christian Kögel lebt seit 1990 in Berlin und und gründete im selben Jahr sein eigenes Trio, mit dem er mehrere Jazzpreise in Deutschland gewann. Er studiert 1990 – 1994 klassische Gitarre an der Hochschule der Künste, Berlin, und die Stromgitarre am Jazzfachbereich der HdK, Berlin, (1991 – 1996). Von 1998 – 2000 lernt er Oud und traditionelle arabische Musik bei dem syrischen Oud-Virtuosen Farhan Sabbagh.
Christian Kögel ist Mitglied diverser Berliner Bands (flexkögel, Christian Kögel’s „Queen Jazz live“, Paul Brodys Sadawi, Edward Macleans Adoqué, Wood & Steel Trio, Mattar 4, Lauer Large, Marc Muellbauers Kaleidoscope, Nasser Kilada & Ranin, Jazzanova live, Kempendorff/Lauer/Kögel, u.a.), sowie überregionaler Formationen (Jerry Granelli V-16, DJ Stinkin‘ Rich, Simon Fisk Trio, Safar (mit Musikern in Afghanistan) ...), mit denen er zahlreiche CD`s veröffentlichte. Mehrere Tourneen führten ihn in die USA und Kanada, nach Rußland, Israel und im Auftrag des Auswärtigen Amtes der BRD nach Bosnien-Herzegowina, Serbien und Albanien sowie nach Afghanistan (2013 & 2014). Er konzertierte u.a. auf Jazzfestivals in Ottawa, San Francisco, Halifax, New York, Iowa City, Vancouver, Montreal.
Christian Kögel ist Dozent für Jazzgitarre an der UdK, Berlin. Er leitet den Fachbereich Jazz der Musikschule Friedrichshain-Kreuzberg. Christian Kögel ist Dozent am Creative Music Workshop an der Dalhousie University in Halifax, Kanada , Dozent am studienvorbereitenden Workshop „Giant Steps“ an der Landesmusikakademie, Berlin, sowie Dozent beim X-Jazzlab Berlin. Im SoSe 2016 war er Gastprofessor am Jazzinstitut (JIB) in Berlin.
Dieses Album enthält kein Booklet
