The Visitor Neil Young

Album info

Album-Release:
2017

HRA-Release:
01.12.2017

Album including Album cover

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  • 1Already Great05:47
  • 2Fly By Night Deal02:36
  • 3Almost Always04:50
  • 4Stand Tall05:12
  • 5Change of Heart05:54
  • 6Carnival08:21
  • 7Diggin' a Hole02:33
  • 8Children of Destiny03:24
  • 9When Bad Got Good01:59
  • 10Forever10:32
  • Total Runtime51:08

Info for The Visitor

"The hardest working man in showbusiness" – der einst von James Brown geprägte Satz ließe sich problemlos auch auf Neil Young übertragen. Denn der 71-Jährige hat die Veröffentlichung seines neuen Albums "The Visitor" für den 1. Dezember bekannt gegeben – nach "Peace Trail" und dem "verschollenen Album" "Hitchhiker" bereits die dritte Veröffentlichung binnen eines Jahres.

Drei Alben in einem Jahr - das ist mal ein ordentlicher Output. Insbesondere wenn man bedenkt, dass der Mann hinter diesen Veröffentlichungen 71 Jahre alt ist. Neil Young tut alles dafür, seinem Nachnamen auch im Rock-Rentenalter alle Ehre zu machen. Nach „Peace Trail“ und dem lange als „verschollenes Album“ geltenden „Hitchhiker“ legt Neil Young mit „The Visitor“ nach. Unterstützt wird die junggebliebene Ikone diesmal wieder von Promise of the Real. Mit der Combo hatte Young in der Vergangenheit bereits die Alben „The Monsanto Years“ (2015) und „Earth“ (2016) aufgenommen.

Amerikanischer als das Urgestein des Schrammelrocks kann man gar nicht klingen. Und das, obwohl Young gar kein US-Amerikaner ist. Darauf macht er in der ersten Zeile des Openers „Already Great“ vorsichtshalber nochmal aufmerksam: „I'm Canadian by the way and I love the USA“. Als Grund nennt er: „the freedom to act and the freedom to say“. Wer Neil Young kennt, versteht den Seitenhieb. Der für seine Gesellschafts- und Politikkritik bekannte Musiker weist mit seinem Statement darauf hin, dass ebendiese von ihm geschätzten Freiheiten in Gefahr sind. „No wall. No hate. No fascist USA“, singt er weiter.

Da ist er also wieder: Neil Young, der zornige, alte Mann und nimmermüde Protestsänger, der die Welt immer noch zu einem besseren Ort machen will, indem er seine Hörer wachrockt. Und Feindbilder wie Donald Trump anbrüllt. Besonders gerät Young in dem Stück „Fly By Night Deal“ in Rage, wo er nicht seinen typisch nölenden Gesang anstimmt, sondern mit einem wütenden Sprechgesang schimpft wie ein Rohrspatz.

Sehr viel ruhiger geht es bei der Country-Rock-Nummer „Almost Always“ und dem ebenfalls Country-angehauchten Midtempo-Ohrwurm „Change Of Heart“ zu, einem der fragilsten und emotionalsten Young-Songs der letzten Jahre. Klassischen Blues-Rock, den man von ihm schon oft gehört hat, liefert Young mit „Diggin' A Hole“. „Stand Tall“ dagegen ist rotziger Rock, wie ihn nur Neil Young spielt.

Überraschungen gibt es allerdings auch auf diesem neuen Album, etwa „Carnival“. Der Track verströmt enorm viel südamerikanische Coolness, man könnte ihn sich gut in einem Tarantino-Film vorstellen, der in einer mexikanischen Bar spielt. Die größte Skurrilität auf „The Visitor“ ist aber „Children Of Destiny“: Was mit typischem Neil-Young-Rock beginnt, verschwurbelt sich mit Streichern und Chören zunehmend zur pathetischen Hymne und könnte am Ende auch „Neil Young - Das Musical“ heißen.

Der stilistische Abwechslungsreichtum von „The Visitor“ lässt das Album wirken wie ein repräsentativer Querschnitt durch das gesamte Werk des umtriebigen Künstlers - quasi ein Best-of mit bislang unbekannten Songs, bei dem die Betonung auf „Best“ liegt: Denn dieses Album gehört zweifellos zu den besten aus Youngs Spätwerk. (teleschau)



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