Bavarian Radio Chorus, Il Giardino Armonico & Giovanni Antonini
Biographie Bavarian Radio Chorus, Il Giardino Armonico & Giovanni Antonini
Bavarian Radio Choir
Aufgrund seiner besonderen klanglichen Homogenität und der stilistischen Vielseitigkeit, die alle Gebiete des Chorgesangs von der mittelalterlichen Motette bis zu zeitgenössischen Werken und vom Oratorium bis zur Oper umfasst, genießt der Chor des Bayerischen Rundfunks höchstes Ansehen in aller Welt.
Von 2003 bis zu seinem Tod 2019 war Mariss Jansons Chefdirigent von Chor und Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. Als Nachfolger übernahm Simon Rattle im Herbst 2023 dieses Amt. Zum Künstlerischen Leiter des Chores wurde 2016 Howard Arman berufen, ihm folgte Peter Dijkstra im Herbst 2022.
In der Reihe „musica viva“ sowie in den eigenen Abonnementkonzerten präsentiert der Chor regelmäßig Uraufführungen. Gastspiele führten ihn nach Asien sowie zu den Festivals in Luzern, Baden-Baden und Salzburg. Europäische Spitzenorchester, darunter die Berliner Philharmoniker und die Sächsische Staatskapelle Dresden, aber auch Originalklangensembles wie Il Giardino Armonico oder die Akademie für Alte Musik Berlin, schätzen die Zusammenarbeit mit dem Chor. Zu den Dirigenten, die mit dem Chor gearbeitet haben, zählen u. a. Herbert Blomstedt, Zubin Mehta, Christian Thielemann, Riccardo Muti, Andris Nelsons,
Giovanni Antonini und Yannick Nézet-Séguin.
Für seine CD-Einspielungen erhielt der Chor zahlreiche Preise, darunter mehrfach den ECHO bzw. OPUS Klassik. Die DVD-Edition von Bachs Johannes-Passion unter der Leitung von Peter Dijkstra wurde 2017 vom Preis der deutschen Schallplattenkritik in die Bestenliste aufgenommen. 2021 erhielt der Chor den International Classical Music Award, den kroatischen Musikpreis Porin und den Diapason d’Or für die Aufnahme von Igor Kuljerićs Kroatisches glagolitisches Requiem. Zu den weiteren mit dem Diapason d’Or ausgezeichneten Alben zählen die Einspielungen von Rachmaninows Die Glocken und von Enno Poppes Fett — Ich kann mich an nichts erinnern, Valentin Silvestrovs Requiem für Larissa sowie Caplets Le miroir de Jésus.
Il Giardino Armonico
gegründet 1985 und geleitet von Giovanni Antonini, hat sich längst als eines der führenden Originalklang-Ensembles etabliert. Es führt regelmäßig Musiker der wichtigsten Musikinstitutionen Europas zusammen. Das Repertoire des Ensembles konzentriert sich größtenteils auf Werke des 17. und 18. Jahrhunderts. Je nach Anforderung des Programms besteht das Ensemble aus drei bis 30 Instrumentalisten.
Il Giardino Armonico wird regelmäßig zu Festivals auf der ganzen Welt eingeladen, tritt in den großen Konzerthäusern auf und wird für Konzerte ebenso gefeiert, wie für seine Opernproduktionen, darunter Monteverdis Orfeo, Händels Agrippina, Il trionfo del tempo del disinganno und La resurrezione, Vivaldis Ottone in villa und Händels Giulio Cesare in Egitto bei den Salzburger Festspielen und den Pfingstfestspielen 2012.
2014 startete unter der musikalischen Leitung Giovanni Antoninis das auf 20 Jahre angelegte Projekt Haydn2032, das die Einspielung und Aufführung sämtlicher Sinfonien Haydns bis zu dessen 300. Geburtstag im Jahr 2032 vorsieht. Bislang sind acht zum Teil preisgekrönte Aufnahmen erschienen.
Zu den jüngsten Projekten gehört die Aufnahme von Haydns Schöpfung, die gemeinsam mit dem Chor des Bayerischen Rundfunk eingespielt und 2020 bei Alpha Classics veröffentlicht wurde.
Giovanni Antonini
wurde in Mailand geboren und studierte an der Civica Scuola di Musica und am Centre de Musique Ancienne in Genf. Er ist Gründungsmitglied des Barockensembles Il Giardino Armonico, das er seit 1989 leitet. Mit diesem Ensemble ist er als Dirigent und Solist auf der Blockflöte und Traversflöte in Europa, den Vereinigten Staaten, Kanada, Südamerika, Australien, Japan und Malaysia aufgetreten. Er ist künstlerischer Leiter des Wratislavia Cantans Festival in Polen und Erster Gastdirigent des Mozarteum Orchesters und des Kammerorchesters Basel.
Er hat mit vielen renommierten Künstler:innen zusammengearbeitet, darunter Cecilia Bartoli, Kristian Bezuidenhout, Giuliano Carmignola, Isabelle Faust, Sol Gabetta, Sumi Jo, Viktoria Mullova, Katia und Marielle Labèque, Emmanuel Pahud und Giovanni Sollima. Antonini ist bekannt für seine raffinierten und innovativen Interpretationen des klassischen und barocken Repertoires und ist regelmäßig Gast bei den Berliner Philharmonikern, dem Concertgebouworkest, dem Tonhalle Orchester, dem Mozarteum Orchester, dem Gewandhausorchester Leipzig, dem London Symphony Orchestra und dem Chicago Symphony Orchestra.
Zu seinen Opernproduktionen gehören Mozarts »Le Nozze di Figaro« und Händels »Alcina« am Teatro alla Scala in Mailand und am Opernhaus Zürich, Händels »Giulio Cesare in Egitto« und Bellinis »Norma« mit Cecilia Bartoli bei den Salzburger Festspielen.
Mit Il Giardino Armonico hat Antonini zahlreiche CDs mit Instrumentalwerken von Vivaldi, J. S. Bach (Brandenburgische Konzerte), Biber und Locke für Teldec aufgenommen. Mit Naïve hat er Vivaldis Oper »Ottone in Villa« aufgenommen, und für Decca hat er zwei Bände mit Julia Lezhneva eingespielt. Später veröffentlichte er bei Alpha Classics (Outhere Music Group) verschiedene Alben, darunter »La Morte della Ragione«, eine Sammlung von Instrumentalmusik aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Mit dem Kammerorchester Basel hat er die gesamten Beethoven-Sinfonien für Sony Classical aufgenommen und mit Emmanuel Pahud eine Platte mit Flötenkonzerten unter dem Titel »Revolution« für Warner Classics.
Antonini ist künstlerischer Leiter des Haydn2032-Projekts, das die Vision hat, mit Il Giardino Armonico und dem Kammerorchester Basel sämtliche Sinfonien von Joseph Haydn bis zum 300. Geburtstag des Komponisten aufzunehmen. Die ersten 18 Teile sind beim Label Alpha Classics erschienen, zwei weitere CDs sind pro Jahr geplant.
