Biographie Jerry Lee Lewis


Jerry Lee Lewis
Ein halbes Jahrhundert ist es schon her, dass Jerry Lee Lewis mit „Whole Lotta Shakin’ Goin’ On“ und „Great Balls of Fire“ das erste Mal die Spitze der amerikanischen Pop-, Country- und R&B-Charts stürmte. Während die ikonoklastischen Auftritte jener Zeit für Millionen von Fans immer noch das wahre Wesen des Rock’n’Roll definieren, zieht Jerry Lee höchstpersönlich mit seiner heißen Mischung aus Blues, Country, Gospel und ganz eigenen Klängen nach wie vor rund um die Welt und begeistert die Massen. Auf Last Man Standing, dem seit über einem Jahrzehnt ersten neuen Studio-Album des „Killers“, ist der größte Showman des Rock’n’Roll in bester Gesellschaft mit 22 Superstars der Rock-, Blues- und Country-Musik, aktuellen Künstlern ebenso wie alten Hasen, und wartet mit wunderbaren Duetten und einer schier traumhaften Setlist klassischer Songs auf, von denen viele vielleicht gar nicht einmal existierten, hätte Jerry Lee Lewis nicht damals in den 1950ern sämtliche Barrieren durchbrochen. Geprägt von einem Leben zwischen Triumph und Tragödie, singt und spielt Jerry Lee Lewis seine Songs mit der Abgeklärtheit eines Mannes, der alles gesehen hat, und der cleveren Zuversicht eines Künstlers, der weiß, dass Musik – und die wahren Gefühle, die sie transportiert – das Allerwichtigste überhaupt sind. Mit dabei auf Last Man Standing sind Jimmy Page ('Rock and Roll'), B.B. King ('Before The Night Is Over'), Bruce Springsteen ('Pink Cadillac'), Mick Jagger (Gesang) und Ronnie Wood (Pedal Steel-Gitarre) ('Evening Gown'), Neil Young ('You Don't Have To Go'), Toby Keith ('Old Glory'), John Fogerty ('Travelin' Band'), Keith Richards ('That Kind of Fool'), Robbie Robertson ('Twilight'), Merle Haggard ('Just A Bummin' Around'), Kid Rock ('Honky Tonk Woman'), Rod Stewart ('What's Made Milwaukee Famous'), Willie Nelson ('Couple More Years'), George Jones ('Don't Be Ashamed of Your Age'), Eric Clapton ('Trouble In Mind'), Little Richard ('I Saw Her Standing There'), Delaney Bramlett ('Lost Highway'), Buddy Guy ('Hadacohl Boogie'), Don Henley ('What Makes the Irish Heart Beat') und Kris Kristofferson ('The Pilgrim'). Jerry Lee Lewis, der seine erste Platte im Jahr 1954 aufgenommen hat, ist tatsächlich der Last Man Standing, der letzte Überlebende aus der legendären Riege der Helden von Sun Records, zu denen auch Elvis Presley, Johnny Cash, Roy Orbison und Carl Perkins gehörten, die gemeinsam mit Chuck Berry und Little Richard durchaus als die Gründungsväter des Rock’n’Roll bezeichnet werden können. Jerry Lee Lewis wurde am 29. September 1935 in eine arme Familie in Ferriday, Louisiana, hineingeboren und entwickelte schon mit 10 ein ganz eigenes, wildes Piano-Spiel, indem er die Boogie-Woogie-Sounds aus dem Radio mit dem rauchigen Südstaaten-R&B vermischte, der aus Haney’s Big House dröhnte – der Kneipe seines Onkels. Später schrieb sich Jerry Lee am Southwestern Bible College in Waxahatchie, Texas, ein. Sein Aufenthalt dort war aber nicht von langer Dauer, denn das verlockende Erklingen der Musik führte ihn auf einen Pfad, der die Welt verändern sollte... Jerry Lee Lewis hat durch die Synthese von R&B-, Boogie-Woogie-, Gospel- und Country-Elementen einen ureigenen Sound geschaffen und wurde damit zu einer festen Größe des aufkommenden Rock’n’Roll, der die Big Band-Klänge der populären Musik förmlich aufsaugte und gleichzeitig wegfegte. 1956 kam Jerry Lee schließlich in den namhaften Sun Studios von Sam Phillips unter, wo er seine erste Chart-Single – eine aufgemotzte Adaption von Ray Prices „Crazy Arms“ – aufnahm und auch als Session-Musiker tätig war. Eines Tages wurde Jerry Lee, während er auf einer der Carl Perkins-Sessions Piano spielte, Teil einer improvisierten Jam-Session mit Perkins, Johnny Cash und dem jungen Elvis Presley. Der Tontechniker ließ das Band mitlaufen, und diese Session sollte die einzige Aufnahme des legendären „Million Dollar Quartett“ werden. Mit der Veröffentlichung von „Whole Lotta Shakin’ Goin’ On“ und „Great Balls of Fire“ im Jahre 1975 eroberte der schräge junge Musiker Jerry Lee Lewis die Pop-, R&B- und Country-Charts und landete dank seiner Auftritte in den Filmen „High School Confidential“ und „Jamboree“ auf der Leinwand. Elvis sagte einmal, als er Jerry Lee Lewis auf der Bühne sah, wenn er so Klavier spielen könnte, würde er sofort mit dem Singen aufhören. Von Anfang an gelang es Jerry Lee Lewis, mit seiner unermüdlichen Zuversicht und unstillbaren Energie unzählige Fans ebenso wie Kritiker zu inspirieren. Seine legendäre Karriere wurde begleitet von Ruhm und Skandal: Er war das Enfant terrible schlechthin, die erste Legende des Rock’n’Roll, und er ebnete den Weg für alle, die nach ihm kamen – von den Rolling Stones bis hin zu Green Day. Von Johnny Cash als ein American Original bezeichnet und von Roy Orbison als ungeschminktester Künstler in der Geschichte des Rock’n’Roll gerühmt, handelt es sich bei Jerry Lee Lewis um einen Ausnahmemusiker mit einer ungewöhnlichen Vielseitigkeit. Abgesehen von seinen Rock’n’Roll-Hits stürmte er mit einer ganzen Reihe von Country-Songs die Charts, etwa mit „Another Time, Another Place“ im Jahre 1968. Er gehörte zu den ersten Künstlern, die 1986 in die Rock & Roll Hall of Fame aufgenommen wurden. Im gleichen Jahr kehrte Jerry Lee in die Sun Studios in Memphis zurück und nahm dort zusammen mit Roy Orbison, Johnny Cash und Carl Perkins das Album „Class of 55“ auf. 1987 wurde „Interviews from the Class of ´55 Recording Sessions” mit einem Grammy in der Kategorie „Beste gesprochene oder Nicht-Musik-Aufnahme“ ausgezeichnet. Jerry Lee Lewis hat niemals aufgehört, auf Tour zu gehen. 50 Jahre nach seinem ersten Hit und mit nunmehr 70 Jahren ist er immer noch ein explosiver und wilder Musiker, der mit Raffinesse und Spaß das Publikum in aller Welt begeistert. Im Februar 2005 wurde Jerry Lee Lewis von der National Academy of Recording Arts & Sciences (NARAS) der Lifetime Achievement Award verliehen. Last Man Standing ist Jerry Lee Lewis in Reinform, eine bedeutende und monumentale Sammlung puren Rock’n’Rolls vom letzten wahren Rock’n’Roller.

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