Fables Of The Reconstruction R.E.M.

Album Info

Album Veröffentlichung:
1985

HRA-Veröffentlichung:
28.04.2014

Label: Capitol Records

Genre: Rock

Subgenre: Classic Rock

Das Album enthält Albumcover

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  • 1Feeling Gravitys Pull04:51
  • 2Maps And Legends03:11
  • 3Driver 803:24
  • 4Life And How To Live It04:07
  • 5Old Man Kensey04:10
  • 6Can't Get There From Here03:40
  • 7Green Grow The Rushes03:46
  • 8Kohoutek03:18
  • 9Auctioneer (Another Engine)02:45
  • 10Good Advices03:31
  • 11Wendell Gee03:03
  • Total Runtime39:46

Info zu Fables Of The Reconstruction

Das dritte R.E.M. Album „Fables Of The Reconstruction“ aus dem Jahre 1985 dokumentiert auf eindrucksvolle Weise die stetige Entwicklung dieser Indie-Rock-Truppe zu einer Band, die handgemachte Gitarrenmusik und eine Verbindung von Rock und Folk-Elementen in den Mainstream der Rock/Pop-Branche einführte.

„Fables Of The Reconstruction“ wurde mit dem Produzenten Joe Boyd (Nick Drake, Fairport Convention, Nico, Pink Floyd) in England eingespielt und unterscheidet sich mit seinen düster-psychedelischen Songs („Feeling gravity’s pull“, „Old man Kensey“) und zeitweiligen Aufhellungen („Driver 8“, „Life and how to live it“) deutlich von seinen Vorgängern. Aber nicht nur das. Auf „Fables Of The Reconstruction“ entwickelten R.E.M. die Konturen ihrer späteren Welterfolge auf Alben wie „Out Of Time“ (1991) und „Automatic For The People“ (1992) mit einem vielschichtigeren Sound und den zum Teil recht kryptischen Texten von Sänger Michael Stipe.

„… "Fables Of The Reconstruction" fiel 1985 düsterer und introvertierter, vor allem aber unglaublich intensiv aus. Balladeske Töne dominierten. manchmal mit Streichem unterlegt; Bucks Gitarre klang manchmal fast bedrohlich. und die Songs waren einmal mehr richtige Perlen - nicht wenige Fans sprechen bis heute vom stärksten Werk der eigenwilligen, nonkonformistischen Südstaatler." (Good Times)

"Fables Of The Reconstruction" ist der Prototyp des "schwierigen dritten Albums". Mit anderen Worten: Besser und vor allem ehrlicher kann man Platte Nummer drei nicht machen. Was keinesfalls bedeuten soll, dass man die Platten Nummer 1 und 2 vernachlässigen sollte. Mit anderen Worten: Schönheit und Komplexität von Nummer 3 werden erst so verständlich.“ (Manfred Bleskin, N-TV)

Michael Stipe, vocals
Peter Buck, guitar
Mike Mills, bass, vocals
Bill Berry, drums

Additional musicians:
Camilla Brunt, violin
Phillipa Ibbotson, violin
David Newby, cello
Pete Thomas, tenor saxophone
David Bitelli, tenor and baritone saxophones
Jim Dvorak, trumpet

Recorded at Livingston Studios, London, England in March 1985
Engineered by Jerry Boys, Tony Harris and Barry Clempson
Produced by Joe Boyd

Digitally remastered


R.E.M.
Was wurde noch nicht gesagt über eine Band, die eine mittlerweile 30-jährige, geschichtenreiche Karriere hinter sich hat? Auf fast alles wurde eingegangen: Aufstieg von College-Indie-Lieblingen zu Mainstream-Superstars? Check. Ein Original-Bandmitglied, das sich entscheidet, zu gehen und einen eigenen Weg einzuschlagen? Check. Auflösungsgerüchte und dann das hart rockende Comeback? Check. Wirklich, was bleibt da noch übrig? Vielleicht etwas so Simples wie dies: R.E.M. haben ihr bestes Album seit 20 Jahren gemacht.

Das ist nicht an den Haaren herbeigezogen. 'Collapse Into Now' ist R.E.M. in Hochform, eine Sammlung von strammen Rockern, ruhigen Melancholie-Momenten und Midtempo-Schrammlern, die Bassist Mike Mills 'unsere beste Platte seit 'Out Of Time'' nennt. Anhänger des 1992er-Meisterwerks 'Automatic For The People' mögen mit so einer Aussage ihre Probleme haben, aber wisst ihr was? Ihr seid nicht in der Band.

Aufgenommen über zwölf Wochen hinweg in Studios in New Orleans, Nashville und Berlin, prescht 'Collapse Into Now' mit Peter Bucks schriller Fuzz-Gitarre ins Bild, doch dann blüht der Song auf und zeigt plötzlich Elemente – megafonartige Vocals, pulsierende Backbeats und einen angecrunchten Mittelteil –, die wirken, als wären hier die Rosinen aus allen Songs der Band-Karriere herausgepickt worden. Sofort wirkt das alles vertraut, und trotzdem frisch. Es wirkt wie eine Band, die es immer noch versteht, ihre kreativen Kräfte zu kanalisieren, dabei aber keine bewährten Muster abspult oder die Vergangenheit als Gehhilfe missbraucht.

In Jacknife Lee, der das aufbrausende 2008er-Album 'Accelerate' betreute, fanden die großen drei (Mills, Buck und Michael Stipe) einen Partner mit beruhigender Aura; der irische Produzent gab ihnen die Möglichkeit, ihre Vision zur Gänze in die Realität umzusetzen. 'Mit Accelerate verfolgten wir ein Ziel: Wir wollten alles schneller machen', sagt Mills. 'Für dieses Album wollten wir nur die besten Songs auswählen.'

Und der Trog ist tief. 'All The Best' und 'Alligator_Aviator_Autopilot_Antimatter' (Letzterer mit Backing-Vocals von Peaches und einem Gitarrensolo von Lenny Kaye) sind schieres Feuer und Raserei, 'Überlin' ist ein wunderbarer Akustik-Track, der auch gut auf 'Automatic For The People' oder 'New Adventures In Hi-Fi' aufgehoben wäre. Ein weiteres frühes Highlight ist das sich steigernde 'It Happened Today' – mit Backing-Vocals von Joel Gibb (Hidden Cameras) und dem Markenzeichen-Brummen von Eddie Vedder, der auf Tour mit Pearl Jam einen Abstecher in die berühmten Berliner Hansa-Studios machte, wo auch schon U2 und David Bowie Platten schufen. 'Das ist mein Lieblingssong des Albums', sagt Mills. 'Mir gefällt die schiere Freude und Hingabe des Sing-Alongs am Ende. Ich würde mir wünschen, dass jeder ihn so schreien möchte. Er ist erlösend.'

Für Jacknife Lee bot 'Collapse Into Now' einen erneuten Blick darauf, wie drei sehr individuelle Persönlichkeiten zusammentreffen, um eine einzelne harmonische Wesenheit zu bilden. 'Es ist selten heutzutage, aber bei ihnen gibt es keine Ego-Grabenkämpfe', sagt Lee. 'Sie gehen sehr respektvoll miteinander um. Das Schwierigste war, sie zu einer Entscheidung zu bringen, wo aufgenommen werden sollte. Ich habe mir Studios angeschaut, die über den ganzen Erdball verteilt sind.'

Orte machen einen Unterschied, und sie beeinflussen die Band. 'Tolle Restaurants sind ein Muss', gibt Mills zu. Aber auch abseits der gastronomischen Anforderungen sickerten die Umgebungen in den Sound von 'Collapse Into Now'. Das sehnsüchtige 'Oh My Heart' präsentiert die Blaskapelle Bonerama aus New Orleans, das epische, schaurige 'Blue' kam unter dem grauen Himmel Berlins zur Welt. Das elegische Lied besitzt Kayes Gitarre und Stipes Spoken-Word-Gesang, ergänzt durch einen rhythmischen Choral der langjährigen Band-Vertrauten Patti Smith.

'Es ist ein trauriges, leidvolles Lied, aber zum Ende wird es hoffnungsvoll', sagt Mills. Und wenn 'Collapse Into Now' ein Leitmotiv besitzt, dann dies: Auch wenn man durch Dunkelheit watet, findet man am Ende zum Licht. Für R.E.M. strahlt dieses kreative Leuchtfeuer mit 'Collapse Into Now' heller denn je. (Quelle: Warner Music)

Dieses Album enthält kein Booklet

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