Looking At Sounds Michel Benita

Cover Looking At Sounds

Album Info

Album Veröffentlichung:
2020

HRA-Veröffentlichung:
18.09.2020

Label: ECM Records

Genre: Jazz

Subgenre: Contemporary Jazz

Interpret: Michel Benita

Das Album enthält Albumcover Booklet (PDF)

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  • 1Dervish Diva07:57
  • 2Berceuse/Gwell Talenn04:02
  • 3Looking At Sounds08:39
  • 4Barroco04:03
  • 5Slick Team07:50
  • 6Cloud To Cloud02:28
  • 7Body Language06:45
  • 8Elisian/Inutil Paisagem04:56
  • 9Islander06:45
  • 10Low Tide04:20
  • 11Never Never Land05:17
  • Total Runtime01:03:02

Info zu Looking At Sounds

Michel Benita Quartet - auf der Suche nach einem umfassenden, globalen Klang. Nach seinem 2016 erschienenen ECM-Debüt mit der fünfköpfigen Band Ethics präsentiert sich Bassist Michel Benita nun auf "Looking At Sounds" mit einem neuen Quartett.

Michel Benita gehört schon seit Anfang der 1980er Jahre zu den zentralen Figuren der französischen Jazzszene. Den Feinschliff holte sich der 1954 in Algier geborene Franzose in den Clubs und Konzertsälen von Paris, wo er mit ständig wechselnden durchreisenden Stars, lokalen Musikern und amerikanischen Jazzern, die sich in Frankreich niedergelassen hatten, arbeitete. Der Bassist der Ursprungsbesetzung des französischen Orchestre National de Jazz ist von Natur aus ein musikalischer Globalist, der die andersartigen Akzente und unabhängigen Blickwinkel begrüßt, die Musiker aus unterschiedlichen Regionen in die Musik einer Band einbringen können. Sein ECM-Debüt gab Benita 2011 als Mitglied von Andy Sheppards Trio Libero auf dem gleichnamigen Album. Danach wirkte er noch an Sheppards “Surrounded By Sea” (2014) und “Romaria” (2017) mit. Benitas erste ECM-Aufnahme unter eigenem Namen war “River Silver”, aufgenommen 2015 mit seiner Band Ethics.

Aus genau diesem Ensemble ist auch sein neues Quartett hervorgegangen, mit dem er “Looking At Sound” eingespielt hat. Von der Ethics-Besetzung sind nur der Schweizer Flügelhornist Matthieu Michel und der aus Lyon stammende Schlagzeuger Phillippe Garcia verblieben. Verabschiedet haben sich die Koto-Spielerin Mieko Miyazaki und Gitarrist Eivind Aarset, für die nun der belgische Keyboarder Jozef Dumoulin ins Team rückte. Dumoulin zeichnet hier maßgeblich für die strukturellen Charakteristiken der Musik des umbesetzten Ensembles verantwortlich und setzt sein Fender Rhodes auf subtile, klangmalerische Weise ein. Seine einhüllenden Farben umwirbeln das harmonische Gerüst der Stücke und unterstützen phantasievoll die Exkursionen von Matthieu Michels Flügelhorn. Obwohl Michels Stimme oft tonangebend ist, gibt Benitas Gruppenkonzept der kollektiven Kreativität den Vorzug vor einer bloßen Aneinanderreihung von Soli. Der Bassist ermuntert seine Mitmusiker dazu, auf den melodischen Verästelungen der Lieder aufzubauen und “zu einem umfassenden, globalen Klang zu verschmelzen”, eine Strategie, die in dem Stück “Body Language” besonders gut verdeutlicht wird.

Mit Ausnahme von Matthieu Michel, der bei dieser Aufnahme (mit einem freien, lyrischen Flair, das manchmal an den verstorbenen Kenny Wheeler erinnert) ausschließlich Flügelhorn spielt, machen alle Mitglieder der Band auf diskrete Weise von elektronischen Mitteln Gebrauch. Benita steuert von seinem Laptop aus gelegentlich tiefe Borduntöne bei, während Garcia in Echtzeit Samples in sein perkussives Spiel integriert. Und Dumoulin verändert die Klänge seines Rhodes mit Hilfe von verschiedenen Effektgeräten, Pedalen und Nachhall-Tools, um eine leuchtende Klangpatina zu erzeugen - ein Beispiel dafür findet man am Anfang des Titelstücks “Looking At Sounds”, dessen Name Programm ist. “Ich benutze gerne ein wenig Elektronik, fast schon wie ein zusätzliches Instrument oder um der Musik eine neue Richtung zu geben”, sagt Michel Benita, “auch wenn der Charakter unserer Gruppe und unser Sinn für Dynamik eher dem einer akustischen Band entspricht.”

Der Großteil des Materials für das Ensemble stammt aus Benitas Feder. Seine Kompositionen bauen oft auf eine starke Melodielinie auf, eine Neigung, die vielleicht die tiefe Liebe des Bassisten zur Folkmusik reflektiert, der er sich schon seit langem mit dem gleichen Engagement widmet wie dem Jazz. Unterstrichen wird dies hier durch die Aufnahme von “Berceuse”, einem Stück der bretonischen Harfenistin und Sängerin Kristen Noguès. Die Nummer fließt auf natürliche Weise mit Benitas eigenem Stück “Gwell Talenn” zusammen. Benitas Faible für Melodien spielte sicher auch eine Rolle bei der Auswahl von Antônio Carlos Jobims “Inútil Paisagem”, das wiederum aus dem von Benita komponierten “Elisian” hervorgeht. Dieser lyrische Impuls unterfüttert tatsächlich alle Stücke, sogar “Cloud To Cloud”, eine im Studio entstandene Gruppenimprovisation.

Das Album beginnt im Opener “Dervish Diva” mit Harmonien von Benitas Bass, zu denen Garcia auf seinem Schlagzeug mit bloßen Händen trommelt. Die beiden, die schon seit mehr als zwanzig Jahren musikalische Partner sind (u.a. gehörten sie eine Zeit lang gemeinsam der Band des Trompeters Erik Truffaz an), beweisen hier im Zusammenspiel ein großartiges Gespür für rhythmische Elastizität.

“Islander” ist eine autobiographische Referenz, die auf Benitas Domizil auf der L'îsle d'Yeu vor der Westküste Frankreichs anspielt, aber mit ihren synkopierten Rhythmen und Dubstep-Andeutungen auch auf weit fernere Inseln verweist. “Low Tide” tönt sehr sanft und hat eine nächtliche Stimmung, die sich im letzten Stück des Albums, einer unbegleiteten Bass-Interpretation von Jule Stynes “Never Never Land”, fortsetzt und so noch einmal Michel Benitas Sinn für Melodien und deren Bedeutung hervorhebt.

Michel Benita, Kontrabass, Laptop
Matthieu Michel, Flügelhorn
Jozef Dumoulin, Fender Rhodes, Electronics
Philippe Garcia, Schlagzeug, Electronics




Michel Benita
On the European jazz scene, Michel Benita is neither the most vehement nor the most intrusive double bass player around. Some speak of honesty in his consideration for others. His path, attachments, partners reveal a musician of commitment and fidelity, curiosity and enthusiasm. Living in Paris in the early 1980s, he did everything he could to catch up, and he multiplied his experiences and dragged his instrument around to all those who called on his services. The names of the jazzmen with whom he played in those early years would compile a Who’s Who of jazzmen who played in France, where expatriate American legends (Lee Konitz, Archie Shepp…) played side by side with sure European values (Daniel Humair, Bobo Stenson, Enrico Pieranunzi…), and where his future friends of always (Peter Erskine, Aldo Romano, Nguyên Lê…) played in one-night stands with musicians just passing through.

A tough school but a good one, traveling from club to club and on the road, a school that freed Michel’s fingers from the constraints of technique and earned him the reputation of one of the most promising bass players around. So he was naturally asked to play in the first Orchestre National de Jazz which, under the direction of François Jeanneau, brought together the cream of a new generation of French musicians in 1986.Other friendships dating back to this time have never stopped producing beautiful music: the Italian pianist Rita Marcotulli, whom Michel met in 1987 and whom he asked to participate in his first quartet alongside Dewey Redman, a little known giant and long time companion of Ornette Coleman (two albums for Label Bleu); Aldo Romano, the drummer, with whom he has worked in privileged tandem since 1995, including in the group Palatino with Paolo Fresu and Glenn Ferris, which is certainly not the least interesting of his encounters (three records so far)…

Marc Ducret, first as part of a trio revealing the guitarist’s talent, and then as part of Seven Songs From The Sixties, a mythical “tentet”; the drummer Peter Erskine, with whom he formed the ELB trio along with Nguyen Lê, who had just before invited Michel to help him tell his Tales From Vietnam (ACT).

To whatever combo he plays in, Michel Benita brings a rich, sure and melodious sonority, which is as much indebted to Scott LaFaro for its finesse as to Charlie Haden for its virtues of simplicity, without forgetting the steadiness of a Dave Holland who pairs up with the most complex drummers around, and the expressive cantabile of Nordic bass players such as Arild Andersen, Palle Danielsson and Anders Jormin.

In 2001, he joins Erik Truffaz’s Ladyland combo (Mantis, Blue Note). Then, forming a new trio with sax player Gaël Horellou and drummer Philippe Garcia, two younger musicians (Cosmik Connection), he finds the time to write the music for several documentaries. Michel now has his ears attuned to experimentation and cross disciplines, which he has explored since 1996 as the beloved composer of Hilton McConnico, decorator, photographer, designer, and also scenographer of Hermès, for whom he has already composed the music for 5 exhibitions or fashion shows in France and Japan. As Michel commences his fifth decade, his career takes another decisive turn with an electronic project, Drastic, with a new album, which makes him shiver with excitement in the act of creation and in reaching new audiences.

In 2010, the album ‘Ethics’, brings a new dimension to his music, with the use of the japanese koto, beautifully played by Mieko Miyazaki, a very eclectic and charismatic musician from Tokyo. Matthieu Michel, from Switzerland, plays his dreamy lines on trumpet and Philippe Garcia, his pal from the Truffaz years is on the drums and electronics. Eivind Aarset, from Norway, on guitar and laptop, adds a very special ambient touch to the ten compositions Michel wrote for this band.

In 2012, two major albums. First a live double CD by Palatino (Romano, Ferris, Fresu, Benita), a collective band reunited for a one shot concert in Grenoble’s MC2 (Naïve). Then his first recording produced by Manfred Eicher on ECM, as a member of Trio Libero, formed by english saxophonist Andy Sheppard with Seb Rochford on drums.

During the years 2013-2014, he’s touring with accordion player Vincent Peirani and pianist Michaël Wollny (”Thrill Box”, ACT). Then records a new album for ECM with Andy Sheppard, as part of his new quartet, featuring Eivind Aarset and Sebastian Rochford.

2015: First album with the Ethics Band on ECM. The acute sound-pictures of “River Silver” were realized in the responsive acoustics of the Auditorio Stelio Molo RSI, Lugano in April 2015, with Manfred Eicher producing. The album is Benita’s third ECM appearance, following two discs with Andy Sheppard: “Trio Libero” and “Surrounded By Sea”. All three albums have been Lugano recordings, the studio’s recital room ambience encouraging detailed interaction.

2018: Third album on ECM as a member of Andy Sheppard’s quartet, “Romaria”. The album is Benita’s fourth ECM appearance.



Booklet für Looking At Sounds

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