Ketil Bjørnstad: Sunrise - A Cantata On Texts By Edvard Munch Ketil Bjørnstad

Cover Ketil Bjørnstad: Sunrise - A Cantata On Texts By Edvard Munch

Album Info

Album Veröffentlichung:
2014

HRA-Veröffentlichung:
23.04.2014

Label: ECM

Genre: Jazz

Subgenre: Contemporary Jazz

Das Album enthält Albumcover Booklet (PDF)

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  • 1Sunrise: A Bird of Prey Is Clinging to My Inner Being07:26
  • 2Sunrise: The Mother06:12
  • 3Sunrise: Nothing Is Small04:54
  • 4Sunrise: The Earth Loved the Air04:29
  • 5Sunrise: Recitative I01:00
  • 6Sunrise: The Cliff05:23
  • 7Sunrise: As If They Were in a Church05:23
  • 8Sunrise: Intermezzo I01:49
  • 9Sunrise: The Dance of Life04:59
  • 10Sunrise: Open Window04:32
  • 11Sunrise: Recitative II00:58
  • 12Sunrise: The Separation05:48
  • 13Sunrise: Intermezzo II04:09
  • 14Sunrise: Gravestone04:00
  • 15Sunrise: Recitative III00:51
  • 16Sunrise: Alpha and Omega05:23
  • 17Sunrise: The Most Delicate Nerves Are Affected04:17
  • 18Sunrise: Intermezzo III01:44
  • 19Sunrise: Sunrise05:16
  • Total Runtime01:18:33

Info zu Ketil Bjørnstad: Sunrise - A Cantata On Texts By Edvard Munch

Anlässlich des 70. Todestags von Edvard Munch überrascht sein Landsmann, der Pianist, Komponist und Schriftsteller Ketil Børnstad mit einer Kantate basierend auf Texten des großen expressionistischen Malers. Mit einem Ensemble um Bjørnstad und die Sängerin Kari Bremnes sowie dem Oslo Chamber Choir unter dem Dirigenten Egil Fossum wurde das aus 19 kurzen Stücken bestehende Werk im April 2012 im Rainbow Studio in Oslo aufgenommen.

Ketil Bjørnstad hatte sich 1993 in seiner von der Kritik gefeierten Novelle „Historien om Edvard Munch“ mit dem Leben seines Landsmannes befasst. Als er 2011 eingeladen wurde, Chromusik zu komponieren, wandten sich Bjørnstads Gedanken erneut dem norwegischen Proto-Expressionisten und dessen Schriften zu, die weniger bekannt sind als seine Malerei. Mit diesen als inhaltlicher Richtschnur gestaltete der Komponist „Sunrise“, das den Untertitel „Eine Kantate zu Texten von Edvard Munch“ trägt.

„Munchs Texte können hinsichtlich ihrer Kraft und Intensität durchaus mit seinen Gemälden verglichen werden. Er wollte ebenso Schriftsteller wie Maler sein“, schreibt Ketil Bjørnstad in seinen Liner Notes. „Texte aus unterschiedlichen Lebensabschnitten Munchs wurden für ‚Sunrise’ verwendet. Sie alle beschreiben existentialistische Dilemmata: überleben oder zerstört werden, glauben oder beobachten.“

Die unterschiedlichen Stimmungen der Texte regten Bjørnstad zu sehr unterschiedlichen Arrangements an. „Sunrise“ erschien in Norwegen im November 2013, anlässlich Munchs 150. Geburtstag, und wurde von der Kritik mit großem Beifall aufgenommen.

Kari Bremnes, vocal
Aage Kvalbein, cello
Matias Bjørnstad, alto saxophone
Bjørn Kjellemyr, bass
Hans-Kristian Kjos Sørensen, percussion
Ketil Bjørnstad, piano
Oslo Chamber Choir
Egil Fossum, conductor

Recorded April 2012 at Rainbow Studio, Oslo
Engineered by Jan Erik Kongshaug


Ketil Bjørnstad
Dass der 1952 in Oslo geborenen Ketil Bjørnstad bis heute eine wirklich einzigartige künstlerische Karriere absolviert hat, wird niemand bestreiten können. Denn neben seiner Musikerlaufbahn, die schon alles andere als orthodox verlaufen ist, machte er sich parallel gleich auch noch einen exzellenten Namen als Schriftsteller. Der in London, Paris und Oslo als klassischer Musiker geschulte Pianist debütierte 1969 mit sechzehn Jahren als Solist des Philharmonischen Orchesters von Oslo mit Bela Bartóks "Piano Concerto No. 3". Noch im selben Jahr entdeckte der junge Pianist Miles Davis' Album "In A Silent Way". Diese bahnbrechenden Aufnahmen verleiteten ihn dazu, sich vorerst von der klassischen Musik zu verabschieden und mit Feuereifer dem modernen Jazz zuzuwenden.

Sein erstes Album unter eigenem Namen - "Åpning" - machte Ketil Bjørnstad 1973 mit einem Quartett, dem der Gitarrist Jon Eberson, Bassist Arild Andersen und Schlagzeuger Jon Christensen angehörten. Begeistert verfolgte der junge Bjørnstad den Werdegang der norwegischen Jazzmusiker, die in den frühen 70er Jahren bereits Platten für das ECM-Label einspielten. Wie Jan Garbarek und Terje Rypdal, die norwegischen ECM-Protagonisten, spielte auch Ketil Bjørnstad schon damals keinen Jazz im klassischen Sinne.

Bevor er aber selbst 1993 mit dem Album "Water Stories" (aufgenommen mit Terje Rypdal, Bjørn Kjellemyr, Jon Christensen und Per Hillestad) bei ECM debütieren konnte und endlich auch international ins Scheinwerferlicht rückte, hatte er in Norwegen schon eine ganze Reihe von Platten veröffentlicht. Auf einer im Jahr 2000 erschienenen Retrospektive mit dem Titel "The Early Years" wurden Aufnahmen von seinen frühen Philips-Alben "Åpning" (1973), "Berget Det Blå" (1974), "Finnes Du Noensteds Ikveld" (1976), "Selena" (1977), "Leve Patagonia" (1978) und "Tidevann" (1980) erstmals auch dem Publikum außerhalb Norwegens zugänglich gemacht. Bei ECM brachte Bjørnstad bis 1998 noch fünf weitere Alben heraus: "The Sea" (1994 mit Rypdal, Christensen und Cellist David Darling), "The River" (1996, ein Duo-Album mit Darling), "The Sea II" (1996, in gleicher Besetzung wie "The Sea") und schließlich "Epigraphs" (1998, ebenfalls ein Duo-Album mit Darling, das Improvisationen über Themen aus dem Zeitalter der Renaissance enthält).

Drei Jahre nach "Epigraphs" begann Bjørnstad seine Zusammenarbeit mit Universal Music in Norwegen. Die Alben, die er dort seither veröffentlichte, zeichnen sich durch eine beeindruckende Vielfältigkeit und Subtilität aus. Auf den ersten Blick mögen "Grace" (2001, mit Eivind Aarset, Arild Andersen, Jan Bang, Anneli Drrecker, Trilok Gurtu und Bendik Hofseth), "The Nest" (2003 mit Drecker, AarsetKjetil Bjerkestrand und Nora Taksdal) und "Seafarer's Song" (2004 mit Aarset, Kjellemyr, Nils Petter Molvær, Kristin Asbjørnsen, Svante Henryson und Per Lindvall) viele Gemeinsamkeiten haben - auf allen experimentierte Bjørnstad ebenso dezent wie geschickt mit elektronischen Klängen und vertonter Poesie -, bei näherem Hinhören klingen sie jedoch sehr verschieden. 2002 erschienen von dem Pianisten zwei sehr unterschiedliche Soloalben, die er bereits 1997 an einem einzigen Tag eingespielt hatte: Während er auf "New Life" zwölf ältere Eigenkompositionen einer Revision unterzog, präsentiert er auf "The Bach Variations" zwanzig Variationen von Johann Sebastian Bachs Präludium und Fuge. 2006 legte Ketil Bjørnstad mit "Floating" sein erstes Album im klassischen Jazz-Trio-Format vor. Aufgenommen hat er dieses wunderbare Trio-Album mit dem Bassisten Palle Danielsson und der Schlagzeugerin Marilyn Mazur.

Einen Namen machte sich Bjørnstad, wie eingangs bereits erwähnt, aber nicht nur als vielseitiger Musiker und Komponist, sondern auch als fleißiger Buchautor. 32 von ihm geschriebene Bücher sind bislang veröffentlicht worden: vor allem Romane, aber auch Sammelbände mit Gedichten oder Essays, die teilweise in diverse Sprachen übersetzt wurden. Zu seinen bekanntesten literarischen Werken gehören zweifellos die beiden Romanbiographien des Komponisten Edvard Grieg (1843-1907) und des Malers Edvard Munch (1863-1944). Nachdem beim renommierten Frankfurter Insel-Verlag 1995 bereits "Edvard Munch - Die Geschichte seines Lebens" (ISBN 3-458-16735-8) in deutscher Übersetzung erschien, wurden dort auch Bjørnstads letzte Romane "Erlings Fall" (ISBN 3-458-17054-5), "Tanz des Lebens" (ISBN 3-458-17097-9) und "Vindings Spiel" (ISBN 3-458-17292-0) verlegt.

Mit seinem letzten Roman "Vindings Spiel", der Ende Februar 2006 in Deutschland erschienen ist, gelangte Bjørnstad auf Anhieb in die Belletristik-Bestsellerliste des SPIEGELs. Und mit seiner jüngsten CD "Floating" an die Spitze der Jazzcharts von Musikmarkt und Musikwoche.

Booklet für Ketil Bjørnstad: Sunrise - A Cantata On Texts By Edvard Munch

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