Achtung Baby (Deluxe Remaster) U2

Album info

Album-Release:
1991

HRA-Release:
28.07.2016

Label: Island Records

Genre: Rock

Subgenre: Compilations

Album including Album cover

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  • 1Zoo Station04:36
  • 2Even Better Than The Real Thing03:41
  • 3One04:36
  • 4Until The End Of The World04:38
  • 5Who's Gonna Ride Your Wild Horses05:17
  • 6So Cruel05:49
  • 7The Fly04:29
  • 8Mysterious Ways04:04
  • 9Tryin' To Throw Your Arms Around The World03:53
  • 10Ultra Violet (Light My Way)05:31
  • 11Acrobat04:30
  • 12Love Is Blindness04:23
  • 13Lady With The Spinning Head (UV1)03:54
  • 14Blow Your House Down03:31
  • 15Salomé04:32
  • 16Even Better Than The Real Thing (Single Version)03:41
  • 17Satellite Of Love04:00
  • 18Who's Gonna Ride Your Wild Horses (Temple Bar Remix)04:49
  • 19Paint It Black03:21
  • 20Even Better Than The Real Thing (Fish Out Of Water Remix)04:10
  • 21Mysterious Ways (The Perfecto Mix)07:06
  • 22Night And Day (Steel String Remix)06:58
  • 23The Lounge Fly Mix06:28
  • 24Fortunate Son02:40
  • 25Alex Descends Into Hell For A Bottle Of Milk / Korova 103:38
  • 26Where Did It All Go Wrong?03:56
  • Total Runtime01:58:11

Info for Achtung Baby (Deluxe Remaster)

Große Teile von „Achtung Baby“ nahmen U2 1991 in den Berliner Hansa-Studios, unmittelbar beim Potsdamer Platz auf. 1976 hatten die Meisel-Musikverlage das nach dem Mauerbau in Vergessenheit geratene ehemalige Gesellschaftshaus gekauft und dort ein Tonstudio eingerichtet. Den ganz speziellen Sound des Hansa-Tonstudios nutzte kurz darauf David Bowie (damals wohnhaft in Berlin-Schöneberg) für seine weltbewegenden „Berlin“-Alben „Low“ und „Heroes“. In den 1980ern nahmen dort Nick Cave oder Siouxsee & the Banshees auf.

2011 lässt nun der neue U2-Doku-Film „From the Sky Down“ vom Oscar-Gewinner Davis Guggenheim („An Inconvenient Truth“) Bono und Co. in die Hansa-Studios zurückkehren und über die alten Zeiten reden: „Achtung Baby“ brach eine Schlüssel-Schneise in ihrer Karriere! Im Aufbruch und Neuanfang Berlins kurz nach dem Mauerfall erfanden sich auch U2 komplett neu. Sie „fällten den Joshua Tree“ (Bono). Sie veränderten sich von gestandenen Rockern zu postmodernen Art-Poppern. Im Nachhinein verblüfft, wie mühelos es ihnen gelang!

„Achtung Baby“ markierte 1991 einen Richtungswechsel U2s zum Alternative Rock. Das Album läutete ihren Weggang von den Rock-Hymnen der 80er ein. Bereits mit den maskierten, krachenden Gitarrensounds im Album-Eröffner „Zoo Station“ zerkloppten U2 die Americana-Pose, die Song-lastigkeit von „Joshua Tree“. Der Geist von David Bowies „Berlin Trilogie“ scheint sich in die Aufnahmen geschlichen zu haben. „Achtung Baby“ behielt U2s sirenige, welterobernde Melodien, unterlegte sie mit abstrakten Sounds und smarten Dance-Beats. Die damalige britische Rave-Szene, „Madchester“, gab dem Baby Zucker. Das Politische wurde persönlich. Die Hymnen wurden zu Tracks. Die Katholiken wurden sexy. Maßlos inspiriert und verstört zugleich.

Keine Band hat es ihnen nachgemacht, keine Band hat sich von schwindelnden Karrierehöhen noch einmal derart ins Abenteuer gestürzt. Die britische Pop-Bibel „Spin“ nennt „Achtung Baby“ das beste Album der letzten 25 Jahre. Steven Thomas Erlewine vom All-Music-Guide hält es für U2s bestes Album überhaupt.

Digitally remastered


U2
Sie sind jetzt seit über dreißig Jahren zusammen und das ist eine Ewigkeit im Pop. Seitdem ihr fünftes Album 'The Joshua Tree' sie 1987 in die Stadien katapultierte, halten sich U2 auf dem Platz der größten Rockband des Planeten. Keine Band hat sich öfter neu erfunden und ist dabei so konsistent geblieben. Immer wieder haben U2 überraschende Alben und atemberaubende Live-Shows hingelegt. In dieser ganzen Zeit versuchten natürlich verschiedenste Konkurrenten, ihren Thron zu stürmen. Erst The Clash, dann The Smiths, Nirvana, die Stone Roses und Blur. Einmal dachte man, R.E.M. würde sie übertrumpfen oder Oasis. Man mag noch andere Bands aufzählen: Radiohead, The Killers, Kings of Leon - aber je mehr man aufzählt, desto aussichtsloser wird der Vergleich. Was dabei am meisten besticht und ihre Konkurrenten in Rage bringt: U2 haben eigentlich immer die Spielregeln des Rock´n´Roll ignoriert. Kein wilder Sex. Keine Drogen (Ausnahme: Bassist Adam Clayton vor seinem Entzug). Nicht mal wirklich Rock´n´Roll - die Rolling Stones und die Christen von U2 sind Lichtjahre voneinander entfernt. Denn U2 verbreitet weder rebellisches Gedankengut und Teenager-Angst, sondern Freude. Das machte sie schon immer unbeliebt in London - Hauptstadt der Ironie - wo Freude total uncool ist, peinlich. Und das ist womöglich das Rückgrat ihrer drei Dekaden andauernden Glorie: U2 sind nicht cool. Sie haben keine Angst davor, dass sie jemand peinlich finden könnte, denn sie sind wirklich gut. Frontmann Bono ahnte das alles schon 1981, kurz nach der Veröffentlichung von U2s Debütalbum 'Boy'. 'Ich glaube, es ist unsere Bestimmung, eine der großen Bands zu werden', sagte er keck dem 'Rolling Stone' im Interview. 'Es gibt diese Chemie, diesen Zündfunken, der die Stones, die Who, die Beatles so einzigartig gemacht hat, und wir haben ihn auch.' Mächtige Worte vom damaligen Milchbart, ganz schön peinlich, er sollte Recht behalten.

Die Chemie von U2 vermählte die Do-it-Yourself-Haltung des Punk mit inbrünstigem Pathos, mit dem Message-Stadionrock eines Bruce Springsteen und den elegischen Ambient-Sphären von Brian Eno. Grundverantwortlich für den Sound der 'besten Band der Welt' ist Gitarrist David Howell Evans alias The Edge, den der 'Rolling Stone' 2003 in seine Liste der '100 Besten Gitarristen aller Zeiten' aufnahm.|Vorgespult zu Januar 2009: Bono ist früh aufgestanden. Er muss heute wieder mal jonglieren, changieren zwischen Familienvater, Rockstar und Sozialaktivist. U2s lang erwartetes zwölftes Album 'No Line On The Horizon' ist gerade fertig geworden. In ein paar Tagen wird die Band bei der Inauguration von Barack Obama in Washington auftreten. 'Die Welt wacht wieder auf', sagt Bono einem Reporter des 'Guardian'. Der Sänger scheint auf dem Gipfel seiner Bestimmung angekommen zu sein. Nach über dreißig Jahren in einer Post-Punk-Band, die 1981, auf ihrem zweiten Album 'October' Gott fand. 1983 Politrock machte, mit 'Sunday Bloody Sunday'. Die 1987 mit 'The Joshua Tree' einen Americana-Meilenstein hinlegte, sich 1991 auf 'Achtung Baby' Sonnenbrillen aufsetzte und Disco-Kugeln montierte und dann 2004 auf 'How To Dismantle An Atomic Bomb' den Kreis des Rock´n´Roll wieder schloss. 'Ein Grund ihrer Langlebigkeit', sagt ihr Produzent und Weggefährte Brian Eno, 'liegt darin, dass es U2 nie um sich selbst gegangen ist.'

Die Prominenz spielte Bono irgendwann als Trumpfkarte für sozialen Aktivismus aus, öffnete Türen im Vatikan, dem Weißen Haus, dem Bundestag: für Afrika, gegen Aids. Dabei ging er nicht nur politisch korrekte Allianzen ein: mit Nelson Mandela, Oprah Winfrey, Bill Gates, dem Autoren Jeffrey Sachs oder Bill Clinton. Nein, er traf sich auch mit den Irak-Krieg-Unterstützern Tony Blair und George Bush. Sein Tanz auf dem Polit-Drahtseil hat ihm viel Lob und viel Kritik eingebracht: 'Wahrscheinlich gibt es schlimmere Dinge, als von einem wohlhabenden irischen Rockstar mit Cowboyhut über Entwicklungshilfe für Afrika belehrt zu werden - nur fällt mir gerade nichts Schlimmeres ein', schrieb bissig der Reisejournalist Paul Theroux über Bono. Es gehe ihm nur ums Ergebnis, konterte der bebrillte Cowboyhut-Träger. 'Die Leute warfen mit Tomaten, wenn sie mich auf einem Bild mit Bush abhängen sahen. Aber als danach die US-Regierung die bisher größte Anti-Aids-Kampagne subventionierte, verstummten selbst die härtesten Kritiker.

This album contains no booklet.

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